BILDUNG IST ZUKUNFT
Frauen-, Jugend- und Kinderverein zum Zwecke der Integration
Spruch :
Rückblick - 10 Jahre!
Rückblick - 10 Jahre!(2003-2013) - Ein kleiner Einblick in BIZ&Kids...

Vorwort

Erinnerungen im Kopf fühlen sich an, wie Butter in den Händen. Zunächst ist sie noch fest und stabil, doch mit der Zeit wird sie weich bis sie sich endgültig verflüssigt und die Finger runter in Richtung Vergessenheit rinnt. Deshalb möchten wir den Unsrigen mit diesem Memoire Unsterblichkeit verleihen.

Wir haben sie alle erlebt, alle notwendigen „Must have - Momente“ gefüllt mit unterschiedlichen Gefühlen. Manchmal mit gerissenen Ideen, scherzenden Geschehnissen, flüssigen Wörtern, mutigen Taten, hartnäckigen Arbeiten, stürmenden Gewittern, lächelnden Gesichtern und Standhaftigkeit,  faktischen Tatsachen und natürlich mit erzieherischen Handlungen.

An einem angenehmen Herbsttag im Jahre 2003 versammeln sich eine Handvoll Menschen, die sich überlegen gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Jedoch solle es kein gewöhnliches Etwas sein, nein es soll nicht nur ihre Träume und Vorstellungen verwirklichen, dieses gewisse Etwas soll vielmehr ein Zeichen der Hingabe sein. Hingabe für eine Pionierarbeit, die in die Zukunft unserer Kinder investiert werden soll. Die am eigenen Leben als MigrantIn in einem Umfeld voller Diversitäten und dennoch Möglichkeiten, die nicht allen offenstehen, durchlaufenen Stadien sollen richtungsweisend für das Vorhaben sein. Eine Welt für alle – Chancengleichheit für jeden, soll doch erarbeitet werden, egal wie knapp die Ressourcen sind, denn „Wo der Wille, dort ein Weg“, mit Gottes Hilfe und menschlich – standhaft – aufrichtigem Engagement.

Die Bildung mit all ihren Komponenten soll unser Mittel zum Zweck sein.

Mit Gottes Hilfe wird ein nettes Plätzchen gefunden. Es wird durch ehrenamtliche Arbeiten entleert, gereinigt, gemalt, gestrichen, gelegt und verputzt, und gefüllt mit Liebe, Zuneigung, Hoffnung, Erwartungen, Glauben, Zuversicht, und Vertrauen.

Alles beginnt mit ein paar wenigen Kindern. Die Anzahl der Kinder wächst, parallel mit dem Wachsen des Vertrauens der Eltern. Gleichzeitig nehmen die Verantwortung und die Herausforderung zu, auch wenn die humanen Ressourcen nicht proportional mithalten. Aufgeben und sich in das stille Eckchen verdrücken und von Enttäuschung und Nicht-Verstandener-Hingabe soll‘s mangeln, denn Wer ein Ziel hat, der kennt keine Hindernisse, auch wenn’s ab und zu mal Stolpern gibt.

Motto der zunehmenden Tätigkeiten und des Nicht-Aufgebens soll sein: Findest du keine offene Tür – dann sei doch selber eine Tür; denn wer des anderen Leid lindert, dem der Barmherzige sicher beisteht, glauben alle, egal welcher Weltanschauung im Team.

Jede, auch wenn so winziger Beitrag am Bau des Schiffes wird hoch geehrt und im Herzen aller Beteiligten getragen, in alle Ewigkeit inschaAllah, so Gott will, natürlich. Denn Vergessen ist menschlich, so wie Irren, genauso aber auch das Revue in ahso nicht erwartetem Moment, der für den anderen dennoch wie ein Tröpfchen Wasser in der Wüste zukommen mag.

Nichts lässt eine Handvoll von Menschen, die an eine bessere Zukunft für alle anderen Mitbewohner der Erde glauben und sich daran setzen, voller Opferbereitschaft zu arbeiten, daran abhalten, am Aufbau dessen zu scheitern, wenn die innere Einstellung stimmt, egal wie schwierig und manchmal auch entmutigend die Umweltbedingungen sein mögen.

Eines Tages in all der Menschen Leben bleibt doch nur im Memoire das Gute und die lustigen Erinnerungen im Leben, die doch prägen!

Lustiges aus den vergangenen 10 Jahren

In der Kindergruppe sitzen die Kinder im Kreis und drehen am Buchstabenrad. Mit den jeweiligen Buchstaben soll ein Tier genannt werden. Emre und Enes, die im September in die Schule kommen, sitzen nebeneinander. Enes dreht am Rad und bekommt den Buchstaben „T“. Er überlegt eine Weile und bittet die Kindergärtnerin Esra um Hilfe. Diese gibt ihm den Tipp von einer Vogelart, die auf der Straße zu treffen ist. Enes meint die Antwort zu haben und ruft laut: „Es ist ein Rabe!“ „Ich meinte die Taube!“, sagt Esra. Sie hört Emre leise das Wort „ Taube“  wiederholen. Dann ist er auch schon dran und bekommt den Buchstaben „R“. Vor lauter Aufregung fällt auch ihm kein Tier abrupt ein. Esra fragt nach dem Vogel, denn Enes erwähnt hatte. Emre ruft voller Zuversicht: „Ich weiß es, es ist die Raube!“ :-)))))))

Die Schülerin Beyza erzählt der Hortberteuerin Funda von ihrer Religionslehrerin, die den Verein BIZ besuchen kam, da einige Schüler und Schülerinnen von ihrem Hort so geschwärmt hatten. Sie hatte Spendengelder mitgebracht und diese in die Spendenbox eingeworfen. Beyza sagt: „Weißt du Funda Schwester, sie hat Geld gesammelt und es in die Box reingeschissen!“ Daraufhin sagt Funda: „Nein Schatz, da sagt man hineingeschossen!“ :-))))))))))))))))))

Ali Turab möchte heute in der Schreibstunde nicht schreiben, geht zu Esra und sagt zu ihr: „Gözümden uyku akiyo, gördünmü bak ben yazamicam!“ (Sie du, es rinnt der Schlaf aus meinen Augen, ich werde nicht schreiben können). :-)))))))))))))))))))))

Filiz besucht die Kindergruppe und fragt die Kinder einzeln nach ihrer Herkunft. Die Kinder antworten je nachdem mit Türkei oder Ägypten,  bis Edanur an die Reihe kommt. Als Filiz sie fragt, antwortet sie zunächst nicht. Es hat den Anschein, als ob sie die Frage nicht verstanden hat, also antwortet Filiz für sie und sagt: „Bitte wiederhole: Ich komme aus der Türkei!“ Edanur jedoch schüttelt den Kopf und sagt: „ Ich nein Türkei, ich Yozgat!“ :-))))))))))))))))))))))))

Sati, die Mutter von Enes kommt ihn abholen. Ihre jüngere Tochter Asude verschüttet ihren Saft, also geht sie in den Waschraum, um Asude die Hände zu waschen. Da kommt die Betreuerin hinzu und sagt: „Schwester, nicht mit Wasser spielen, Israf! (Verschwendung)“ Sati antwortet: „ Nein, nicht spielen, Unfall passieren!“ :-))))))))))))))))))))

Die Kinderbetreuerin ist in der Kindergruppe und alle befinden sich in der freien Spielphase, als die Kinder die Betreuerin anschauend untereinander im Verlauf des Spiels, rufen: „Araba“ – (bedeutet: Das Auto -  auf Türkisch); sie hört eine Weile zu und antwortet: „Nein Kinder, ich bin keine Araberin, ich bin Bosnierin.“ :-))))))))))))))))))))

Die Betreuerin Halime hat gerade Lesestunde mit den SchülerInnen und meint, alle sollen doch jeweils ein Buch nehmen und daraus lesen und später wird darüber gesprochen. Sie beobachtet währenddessen das Verhalten der Kinder. Plötzlich entdeckt sie den arabischen Schüler Abdullah, mit einem Buch in der Hand, das er verkehrt hält. Sie ruft zu ihm: „Abdullah, lies jetzt ordentlich!“. Er erwidert: „Ich lese doch!“, als Halime ihren Augen nicht trauend den Titel des Buches erblickt: „Cirkin Ördek Yavrusu“ – (Das hässliche Entlein - in Türkischer Sprache!). :-))))))))))))

Die Kindergärtnerin Esra sagt der Leiterin Filiz ein drittes Mal  vor dem Beginn des Theaterstücks von Jonas, dass sie nicht auf ihr Stichwort vergessen soll, da sie für Emre einspringen und den Engel Gabriel vorführen soll. Filiz erwidert mit rollenden Augen: „Ja, wie oft noch, ich weiß ja eh!“ Als es dann wirklich soweit ist und ihr Stichwort fällt, reagiert sie nicht. Esra wiederholt das Stichwort mehrere Male und ruft dann lauter zu Filiz: „Du bist jetzt dran!“ Die Leiterin erschrickt kurz, reicht die Kamera, mit der sie gerade am Aufnehmen war, an eine Mutter und schlüpft in ihr Kostüm. Doch können sich weder Esra noch die Mütter das Lachen verkneifen. ;-)

Aktivitäten

Neben den unzähligen kleinen Aktivitäten, die aufzuzählen kaum möglich sind, möchten wir einige unserer Beliebtesten und Unvergesslichsten erwähnen.

Im Jänner 2011 überlegt sich die Kindergruppe Bärentatze eine eigene Zeitung herauszubringen. Sie wissen dies erfordert viel Arbeit, Engagement, Fleiß und vor allem Kontinuität, da sie ja monatlich vorbereitet werden muss. Doch mit viel Geduld haben sie auch dies geschafft. Inhalte der Zeitungen waren entweder die monatlichen Themen der Kindergruppe oder aber auch aktuelle Themen, wie zum Bespiel das Erbeben in Van. Die Seiten beinhalteten die besten bzw. beliebtesten Aufsätze der SchülerInnen sowie die liebevoll gezeichneten Werke der Kinder. Die Zeitungen wurden zum Verkauf angeboten, leider fanden die meisten Eltern kein wirkliches Interesse daran. Dennoch blieb die kindliche Hoffnung und das Vertrauen und Zielorientiertheit unserer Kinder erhalten.

Im Sommer 2011 möchte die Kindergruppe Bärentatze zum Abschluss des Jahres ein Theaterstück aufführen. Demokratisch fällt die Entscheidung auf die Lebensgeschichte des Propheten Jonas. Die Kinder fertigen ein Schiff und einen Wal an, suchen sich soweit es geht ihre Rollen aus. Sie erlenen sowohl in der Kindergruppe, als auch zu Hause ihre jeweiligen Texte auswendig und Proben einen Monat lang täglich ca. eine halbe Stunde.  Dann ist es soweit und das Publikum, bestehend aus den Eltern und Geschwistern der Kinder ist begeistert. Kinder schaffen in kurzer Zeit ein Meisterstück, denn sie machen alles mit Freude ohne jegliche Miteingenommenheit, mit der Gewissheit, dass Arbeit nicht müde macht, sondern reich an Spaß ist.

Ausflüge

Die Kindergruppe unternahm im Winter 2010 einen Ausflug zur Polizeistation Sandleitengasse. Eine junge Polizistin führte uns durch die Räume und erklärte den Kindern, was die Polizei für Aufgaben hat und welche Geräte und welche Hilfsmittel sie benutzen.  Was genau ein Alkoholmessgerät war, konnten sich die Kinder zwar nicht recht vorstellen, doch bereits einige wussten, was ein Radar war. Die Kinder durften später auch einen Zettel mit dem Polizeistempel abstempeln und mitnehmen. Besonderes Interesse der Kinder erntete der Streifenwagen ein, welchen die Kinder auch von innen betrachten durften. Vor dem Rückweg in die Kindergruppe bot ein Polizist den Kindern Süßigkeiten an. Dieser Besuch galt für die Kinder lange Zeit als unvergesslich und war Top 1, sodass zum nächsten Faschingsfest fast alle Kinder als PolizistInnen verkleidet kamen. :-)

Sowohl die Kindergruppe Bärentatze als auch die beiden Hortgruppen fahren gemeinsam mit den Eltern in einem Bus auf die Myrafälle. Bereits im Bus finden die Gruppeneinteilungen statt, da sehr viele Personen mitfahren. Obwohl das hinauf wandern doch sehr anstrengend ist, sind die Kinder aufgeregt und voller Dynamik. Sie genießen die frische Luft, das eiskalte Wasser und die überwältigende Aussicht. Einige Kinder ziehen ihre Schuhe aus und plantschen im Wasser. Das anschließende Picknick erfreut vor allem die Eltern, da viele von ihnen aus der Puste sind. Beim gemeinsamen Essen teilen alle ihre Jausen und Essensvorräte. Die Kinder erfinden fantasiereich-kreative Spiele, wie Fische entdecken und haben eine Menge Spaß. Es finden auch Gruppenspiele mit den Eltern statt, die für Gelächter sorgen. Dann wird es Zeit wieder zurück zum Bus zu wandern. Die Kinder meinen zwar nicht müde zu sein, doch einige von ihnen schlafen im Bus ein.

Die Fahrt zu einem der Erdbeerfelder in Umgebung Wiens wird mit einer vom Trägerverein der Kindergruppe gesponserten Busreise unternommen, als Belohnung für das gute Miteinander der Kinder und Erwachsenen. Allein die Busreise wird zu einem Abenteuer für die Kinder, denn das Gemeinsame verbindet und macht Freude. Am Erdbeerfeld angekommen, gehen die Kinder voller Appetit an die Erdbeeren heran, doch wird nicht viel vernascht, da die pralle Sonne durstig und müde macht. Sie sitzen dennoch am Rande des Feldes, genießen das Grüne und entspannen, als eine der Betreuerinnen an einem Gespräch zwischen der Feldbesitzerin? und einer weiteren Besucherin zufällig vorbeiläuft: „Du.., glaubst, werden die a zahlen!?“ Vor der Abfahrt sammeln sich die Kinder zusammen, um auch für das Gesammelte zu bezahlen. Die Leiterin sagt der älteren Dame, also der Feldbesitzerin?, dass alle natürlich mit dem Vorwissen, dass bezahlt wird diese Reise unternommen haben, und möchte die Mini-Ernte der Kinder abwiegen lassen. Die Dame entgegnet: „Wozu ist wohl das Feld da; natürlich... das Kinder Freude daran haben und naschen“, und schenkt auch das Gesammelte den Kindern. (So lernen wir, dass ein einfaches Reden miteinander Barrieren und Vorurteile wegwischen kann). Freude bei der Hinfahrt und Gott sei Dank auch detto bei der Heimfahrt.

Mehrmals im Jahr wird ein Indoorspielplatz besucht. Meist im Winter, da Parkbesuche zu der Jahreszeit nicht vorteilhaft sind. Kinder entspannen durch sportliche Aktivitäten, also durch Bewegung und nicht durch ruhiges sitzen oder liegen und deshalb ist uns der Besuch mit den Kindern von Sportplätzen sehr wichtig. In Indoorspielplätzen können wir beobachten, dass Kinder viel selbständiger agieren und meist automatisch Rücksicht aufeinander nehmen. Dennoch halten die Betreuer und Betreuerinnen die Kinder stets im Auge, um bei Bedarf sofort helfen zu können. Auch Kletteraktivitäten erfreuen die Kinder sehr, weshalb der Monki-Park des Öfteren  gerne besucht wird.

Unser Ausflug zum Minopolis war für unsere Kinder ein sehr ereigniswürdiger Tag gewesen, da sie dort ausnahmsweise in die Fußstapfen der Großen treten durften. An diesem Tag schlüpften sie in die Rollen der Erwachsenen und übten die Berufe als Feuerwehrmann-frau, Koch-Köchin, PolizistIn, BusfahrerIn, KosmetikerIn, BäckerIn und noch viele andere interessante und wagemutige Berufe aus. Unsere Kinder wurden von uns im Auge behalten und durften sich die Berufstationen ansehen und zu „arbeiten“ beginnen. In jeder Situation wurden sie von freundlichen MitarbeiterInnen betreut, die ihnen ihre Tätigkeiten als Fachmann/frau vorzeigten und sie danach selbst agieren ließen. Wie schon so oft, beobachteten wir, wie selbstbewusst und rücksichtsvoll unsere Kinder eigentlich handelten und wie viele ungeahnte Talente in ihnen schlummerten.

BIZ-Team 23.05.2013

Verfasserinnen: Päd Demircan Esra & Päd. Demircan Funda

 

 

 

 

 

 

 

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Betrachte jeden Baum und merke, auf jedem Baum ist jedes Blatt ein Blatt von einem Buch, darin der Herr der Stärke die Schöpfung aufgezeichnet hat. (Saadi)
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